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Pfingsttreffen mit Frauenpower

 

Auf dem Weg nach Wiesloch fiel uns auf, dass wir heuer unserem 10. Pfingsttreffen entgegenfuhren. Ja, 1980 waren wir schon mit einem blauen Triumph derartigen Veranstaltungen entgegengefahren, aber dann haben wir einfach 20 Jahre Elternzeit genommen. Mit dem Erlös unseres Boliden haben wir so sinnvolle Dinge wie die Renovierung eines Badezimmers bezahlt. Nun also haben wir das Jubiläumstreffen vor uns liegen.

 

Ein Besuch bei Bertha Benz

 

Schon die Ankunft in Wiesloch führte uns sogleich in die historische Apotheke oder besser gesagt in die erste verbriefte Tankstelle der Welt, die Bertha Benz mit „ Ligroin“  in homöopathischen Dosen versorgte, als ihr 1888 der Kraftstoff ausgegangen war. Nachdem wir neugierig das Roadbook durchstöbert hatten, entdeckten wir eine Tour, die auch noch ihre historische erste Ausfahrt vorstellte. Auch einen Besuch in Ladenburg - dem Geburtszimmer des Patentmotorwagens Nr.3 – stellten uns die Nordbadener als durchaus sehenswerten Zwischenstopp vor.

 

Pfingsten fünfzehn

 

Ich muss gestehen, dass dieser Einstieg meine Neugier besonders entfachte. Am Freitag war nun ab 18.30 Uhr erst einmal Freibier angedroht. In der Abendsonne tummelten sich die Angereisten vor dem Hotel und plauderten mit den „lange nicht mehr Gesehenen“ über die Veränderungen im letzten Jahr; über Neukauf, Umbau, Restauration, über Kinder und Enkel. Schließlich machen sich alle ernsthafte Gedanken, wer in den nächsten Jahren die vier Räder ihres Garagengolds mal durch die Kurven steuern soll, während das Bier in Strömen floss.

Am folgenden Tag hatten sich gut vorbereitet zwei Bootsbesatzungen gefunden, die einmal Ruderluft in den Rheinauen schnuppern wollten. Im Nachbau eines römischen Flusskriegsschiffes machten  wir Bekanntschaft mit Riemen, die es in sich hatten. So manchem hat die Schwerkraft arg zu schaffen gemacht, wenn es darum ging, mit einem kurzen Hebel einen wesentlich längeren aus dem Wasser wuchten zu müssen. Ganz schön fit diese „Römer“. Dazu wurden wir von einer „Römerin“ begleitet, die uns nicht nur die hohe Kunst des Ruderns nahe brachte, sondern anschaulich in das spätantike Leben am Limes einweihte.

 

Heißblütige Jünglinge

 

Nach einer Erfrischung und einem Schaumkuss zur Auffüllung der Kraftreserven waren alle zum Galaabend wieder präpariert. In diesem wohl durchdachten Haus gesellten wir uns zu netten Runden und harrten der Dinge, die da kommen. In einem großzügigen Saal versorgte man uns im Überfluss mit wahren Köstlichkeiten. Und kaum hatten wir die letzte Bayrischcreme geschlemmt, eröffneten vier heißblütige Jünglinge das Bühnenprogramm mit der Musik ihrer Väter. Es jagte ein Ohrwurm den anderen und mir ging durch den Kopf: Verdammt, wer diese Texte mitsingen kann, ist wirklich alt?!?!

Am nächsten Morgen konnte man kaum jemandem die Strapazen der vergangenen Nacht ansehen. Irgendwie hatten sich alle wieder in Form gebracht und die Augenränder überschminkt. Neben der Bertha -Benz –Tour konnte man den neuen Tag mit vielen exklusiv vorbereiteten Touren die ganz persönlichen Vorlieben bedienen. Wem der Augenschmaus des Tages nicht ausreichte, konnte sich die im Foyer ausgestellten Fahrzeuge einmal genauer ansehen.

 

Zwei protzige Nockenwellen

 

Eine herausragende Rarität für mich war der Triumph TRS ( S für scharf?) der für die Rennstrecke gedacht ist und sich als echter Aufreißer entpuppte. Von den vier ausgestellten Fahrzeugen hatte er als einziger eine permanent geöffnete Motorhaube, unter welcher zwei protzige Nockenwellen dem Rennmotor den letzten Schliff geben sollten. So prahlte vor dem ungezähmten Motorblock eine Oberweite, die keine Wünsche offen ließ. Die geöffnete Motorhaube wirkte für den neugierigen Zuschauer ein wenig wie „oben ohne“ in einem verbotenen Etablissement. Sabrina wäre sicherlich neidisch auf dieses unverwüstliche Dekollete mit Frauenpower in diesem Männerspielzeug.

Was auch immer jeder an diesem Tag erlebt hatte; abends waren alle wieder bestens gelaunt im Festsaal, um nach erneutem köstlichem Abendessen der Vorstellung der Gruppe Hamburg zu lauschen. Und kaum waren die letzten visuellen Eindrücke verflogen konnte man ungewohnten Tönen lauschen.

 

Toller Sound von "Famdüsax"

 

Ein Team von vier Damen hatten sich unbemerkt unter das Publikum gemischt. Mit ihren goldigen Instrumenten gesellten sie sich zu allen Tischen, um mit ihren Soundmaschinen den Gästen den Kopf zu verdrehen. Ein Bass-Saxophon, das zwischen Kniekehle und Oberlippe hin und her swingt ist wirklich elektrisierend; dagegen ist der Sound eines Triumphs fast wie ein laues Lüftchen im Sommerwind. Ein gelungener Auftritt des Quartetts –Famdüsax- und eine tolle Idee genau diese zu engagieren.

In diesem Hotel „Best Western Palatin“ passte einfach alles. Eine Lokation mitten in Wiesloch mit einem engagierten Team, tollem Ambiente, vorzüglichen Kochkünsten und, und, und. Einige sind einfach noch etwas länger geblieben. Vielen Dank an alle, die dieses Event organisiert haben.

 

Vorstand ohne Frauenpower

 

Soviel Frauenpower zum Pfingsttreffen hatte ich nicht erwartet. Nur einen Verlust hatten wir leider zu beklagen. Der Vorstand ist nach dem Ausscheiden der Finanzministerin ab jetzt ohne Frauenpower und hoffentlich nicht kopflos.    

 

Gabriela Baranowski

 

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