28. – 30. August 2026
Bericht von René Grüter
Auch in diesem Jahr durften wir wieder zu Gast sein auf dieser tollen Rennstrecke. Die Anreise war für viele Teams recht weit, die besten Voraussetzungen hatten diesmal Detlef und Heike Walter auf ihrer Seite, nur gut 2 Stunden Anreise von zu Hause.
Die tolle Veranstaltung entschädigt aber alle gleichermassen. Die grosszügigen Platzverhältnisse im Paddock zusammen mit der Serie Kampf der Zwerge, die Sanitäranlagen und natürlich die tolle Rennstrecke sowie unsere Track Time von 4x 30 Minuten + 2 x 20 Minuten buchbare freie Trainings. Die gute, trockene Wettervorhersage trug ebenfalls zur guten Stimmung bei den 22 angereisten Teams bei.
Der Veranstalter hatte auch ein Auge auf unsere Fitness. Das Briefing wurde etwa 15 Minuten entfernt von unserem Paddock abgehalten.
Rund 1.5 Stunden später stellten wir uns zum Qualy auf, welches pünktlich gestartet wurde. Der Himmel verdunkelte sich bedrohlich und es war mit Regen zu rechnen. In der Folge beeilten sich wohl alle möglichst früh eine schnelle Zeit auf die Strecke zu brennen. Am eindrucksvollsten gelang dies unserm Youngster Laurence Nesbach mit seinem gelben Morgan. Ihm am nächsten kam Koni Blum mit dem MG B der nebst Laurence die einzige Zeit unter 2 Min. realisieren konnte. Danach folgten nahe beieinander Detlef Walter, im Warwick, Robin Rozema und Jan Bakker (beide MG A) sowie der Schreibende auf MG B auf Platz 6. Nach rund 2 Jahren Abwesenheit fuhr Teun Bleijenberg seinen schönen MG A auf Platz 19, ein herzliches Kompliment dem zweitältesten Fahrer im Feld.
Der Schnellste der Division 2, Franz Durrer Mini Cooper S schaffte es auf Platz 11. Gegen Ende der Session wurde es tatsächlich feucht auf der Strecke was aber nicht mehr wirklich einen Einfluss hatte, die schnellen Zeiten waren längst gefahren.
Leider wurde Raymond Klomptstra Opfer der berüchtigten Defekthexe. Seinen TVR musste er mit einem irreparablen Schaden abstellen und unverrichteter Dinge wieder zusammenpacken.
Resultat Qualifying, Freitag 13.30 Uhr:
Div.1:
- Laurence Nesbach Morgan +8
- Koni Blum MG B
- Detlef Walter Warwick GT 350
Div.2:
- Franz Durrer Mini Cooper S
- Jean Pierre Fazi Triumph TR 4
- Frank Jura Triumph TR 4
Rennen 1, Samstag 11.15 Uhr
In der Nacht zum Samstag hatte ausgiebig geregnet, am Morgen war der Himmel noch wolkenverhangen. Der Wind blies das alles weg und die Sonne konnte alles wieder trocknen. Somit konnten sich 21 Starter hinter der Boxenstrasse zur Startaufstellung einreihen.
Das Pace Car führte uns durch die erste Runde wieder auf Start/Ziel wo der Polesetter mit dem aufleuchten der grünen Lampen das Rennen lancierte. Der Morgan mit Laurence am Steuer konnte sich sofort ein bisschen absetzen. Einen sehr guten Start erwischte auch Jon Wolfe mit dem drehmomentstarken MG B V8, konnte er sich doch hinter Laurence noch vor der ersten Kurve auf den 2. Platz setzen. Knüppeldick erwischte es Koni Blum im MG B. Noch vor Ende der 1. Runde meldete sich ein Kreuzgelenk der Kardanwelle ab. Somit war die hervorragende Ausgangslage schon nach gut 60 Sekunden Makulatur. Ab der 3. Runde waren die meisten Positionen bezogen und männiglich warteten auf Fehler des Vordermannes. An der Spitze des Feldes behauptete sich Laurence vor Detlef, Jon, Robin und René. Also vorne 3 x V8, dann 3 x MG. Detlef konnte einen respektablen Abstand zu Jon herausfahren, aber in der 6 Runde wollte die Elektrik am Warwick nicht mehr. Ein abgebrochener Kabelschuh beraubte ihn aller Chancen auf eine gute Platzierung. So plätscherte das Rennen vor sich hin. Einzig zwischen Rene und Albert war der Zeitabstand im Ziel weniger als 1 Sekunde, man bekämpfte sich also bis zuletzt und hoffte auf einen Fehler des andern.
Resultat Rennen 1 Samstag 11.15 Uhr
Div.1:
- Laurence Nesbach Morgan +8
- Jon Wolfe MG B V8
- Robin Rozema MG A
Div.2:
- Franz Durrer Mini Cooper S
- Jean Pierre Fazi Triumph TR 4
- Fank Jura Triumph TR 4
Rennen 2, Samstag 18.20 Uhr
Am Samstag stand ja noch ein weiteres Rennen an. So gegen 18 Uhr fanden sich alle Klassierten des Rennens 1 wieder zum Vorstart ein. Pünktlich führte uns das Pace Car wieder auf die Strecke. Immer wieder geht ein Grundsatz des Racing vergessen, nämlich der, dass in der ersten Kurve ein Rennen nicht gewonnen werden kann. So kam es nach der Startfreigabe in der ersten Kurve zu einer folgenschweren Rempelei zwischen 2 Rennern. Bei dieser Aktion wurde bei einem MG A etwas am linken Vorderrad beschädigt. In der übernächsten Runde ist der MG A im Bereich gegen die Spitzkehre hin langsamer geworden. Der fatale Fehler passierte nach der Spitzkehre wo der langsame MG A die Strasse vom linken Streckenrand her unvermittelt nach rechts abbog. Bei diesem Manöver wurde er vom nachfolgenden David Vogel in voller Fahrt am linken Hinterrad getroffen. 2 zerstörte Autos lagen links und rechts in der Wiese, es folgten kurz darauf Full Course Yellow und dann die roten Flaggen für den Rennabbruch. Fahrer und der Fahrzeuge wurden geborgen und die Strecke gereinigt. Bis zu diesem Zeitpunkt stand ein Restart des Rennes zur Disposition. Mit dem Eintreffen des Helikopters wurde diese Möglichkeit verworfen. Die Rennleitung entschied sich für den definitiven Rennabbruch. Dieser Entscheid wurde auch von allen Akteuren als richtig empfunden. Rennen zu fahren mit der Ungewissheit des Gesundheitszustandes eines Kollegen im Hinterkopf wäre wohl problematisch geworden. Das Rennen wurde aber trotzdem gewertet trotz Abbruch nach 2 Runden.
Resultat Rennen 2 Samstag 18.20 Uhr
Div.1:
- Laurence Nesbach Morgan +8
- Jon Wolfe MG B V8
- Robin Rozema MG A
Div.2:
- Franz Durrer Mini Cooper S
- Frank Jura Triumph TR 4
- Jean Pierre Fazi Triumph TR 4
Rennen 3, Sonntag 11.50 Uhr
Wieder bei prächtigem Wetter begann der 3. Tag dieser tollen Veranstaltung. Die Stimmung war natürlich weniger fröhlich als sonst an einem Renntag. Wir hatten aber am Morgen erfahren, dass es Jan Bakker den Umständen entsprechend gut geht, er keine Verletzungen hat, sondern «nur» viele blaue Flecken und dass er am Nachmittag aus dem Krankenhaus entlassen wird. Mit dem Ereignis vom Vortag wurde uns allen wieder einmal richtig bewusst, dass wir einen risikobehafteten Sport betreiben und wir dankbar sein müssen, dass wir weitgehend von schweren Unfällen verschont geblieben sind.
Von der Rennleitung wurde entschieden, dass für das 3. Rennen die Startaufstellung vom 2. Rennen herangezogen wird.
Wiederum wurden wir vom Pace Car auf die Reise geschickt. Die drehmomentstarken Autos von Laurence und Jon vorne weg. In der Beschleunigungsphase konnte sich René im MG B ganz innen an die 3. Stelle setzen. Franz Durrer hat offensichtlich die Bremsleistung seines Minis überschätzt und ist dem MG von René hinten in den Kotflügel gefahren und hat ihn umgedreht. Das Gefühl entgegen der Fahrtrichtung die Konkurrenten auf sich zukommen zu sehen ist nicht wirklich toll. Alle fanden aber einen Weg am stehenden Hindernis vorbei und der MGB konnte wenden und dem Feld hinterherfahren. Die SC Phase erlaubte es ihm mindesten den Anschluss ans Feld zu schaffen. Vorne lies Laurence nichts anbrennen und er setzte ich von den Verfolgern Jon, Robin, Albert, Koni kontinuierlich ab.
Weitere Zwischenfälle waren keine mehr zu verzeichnen. Der Schreibende konnte sich am Schluss noch auf Gesamtrang 8 setzen. Dies mit einer persönlichen Bestzeit an diesem Wochenende.
Resultat Rennen 3 Sonntag 11.50 Uhr
Div.1:
- Laurence Nesbach Morgan +8
- Jon Wolfe MG B V8
- Robin Rozema MG A
Div.2:
- Jean Pierre Fazi Triumph TR 4
- Frank Jura Triumph TR 4
Das persönliche Fazit für das Wochenende fällt zwiespältig aus. Einerseits der Unfall von Jan Bakker und David Vogel der schlussendlich glimpflich ausgegangen ist und anderseits, dass ich selber in 2 Rennen «abgeschossen» wurde und wieder einige Arbeit auf mich wartet.
Jan Bakker wurde von seinen holländischen Freunden sicher nach Hause gefahren und befindet sich auf gutem Weg die körperlichen Beschwerden zu kurieren.
David Vogel hat mit den Folgen des Crashs insofern zu kämpfen, dass sich an seinem rechten Fuss die Bänder verstreckt haben, was eine gewisse Schonung bedingt. Alle andern konnten Most einigermassen gesund verlassen und sich zu Hause ihren teilweisen lädierten Fahrzeugen widmen.
So sehen wir uns wieder im Elsass zur Trophée d’Alsace.







