09. – 11. Oktober 2026
Rennbericht von Laurence Nesbach
Für das letzte Rennen der Saison 2026 ging es nach Magny-Cours, gelegen im Departement de la Niévre in der Mitte Frankreichs; für viele Teilnehmer sicherlich die längste Anfahrt dieser Saison. Dort angekommen wurden wir allerdings mit viel Platz im Fahrerlager und einer hervorragenden Infrastruktur belohnt. Bis Donnerstag abends waren die meisten Fahrer vor Ort und hatten ihre Zelte aufgeschlagen, und bei gutem Wetter erholte man sich von den Strapazen der Anreise.
Am Freitag stand sowohl das Qualifying wie auch ein freies Training auf dem Programm, von welchem die allermeisten Fahrer Gebrauch machten, ob für das Einfahren von Bremsbelägen oder zum Einstimmen fürs Qualifying. Ein besonderes Augenmerk galt an diesem Wochenende dem Wetter. Waren wir über die ganze Saison hinüber von Sonnenschein verwöhnt worden, sollten am Freitag und Samstag echte Aussichten auf Regen bestehen. Im Training musste Richard King seinen MG B GT mit undichter Zylinderkopfdichtung abstellen, mit vereinten Kräften konnte allerdings eine neue Dichtung rechtzeitig eingebaut werden. Gegen 17:00 Uhr stellten sich die 15 Starter bei trockenen Bedingungen zum letzten Qualifying der Saison auf. Konrad Blum musste seinen MG B leider auf vierter Stelle liegend mit Getriebeschaden auf der Strecke abstellen.
Resultate Qualifying:
Div. 1
- Laurence Nesbach, Morgan +8
- Robin Rozema, MG A
- Rene Grüter, MG B
Div. 2
- Franz Durrer, Austin Cooper S
- Jean Pierre Fazi, Triumph TR4
Als sich am Samstag kurz nach 10 Uhr das Starterfeld zum Vorstart aufstellte, hatte der Regen soeben aufgehört, und für einige Momente stach die Sonne durch die Wolkendecke; in Erwartung auf auftrocknende Verhältnisse ließen einige Fahrer noch die Reifendrücke absenken. Es wurde eine zusätzliche Formationsrunde absolviert, damit sich die Fahrer besser auf die nassen Verhältnisse einstellen konnten, der Start erfolgte hinter dem Safetycar. Die Witterung machte sich sofort bemerkbar, es wurde sich gedreht und verbremst, die Auto waren unruhig und von den asphaltierten Auslaufzonen wurde reger Gebrauch gemacht. Die großen Gewinner des Regens waren Melle van der Wal und Franz Durrer, vom 7. und 8. Platz startend begannen Sie Ihre Aufholjagd. Die V8-Fraktion hingegen wusste ihren Leistungsvorteil nicht auf die Straße zu bringen. An der Spitze konnte Laurence Nesbach seine Führung gegen Melle nicht verteidigen, dahinter gewann Franz seinen Zweikampf mit Jon Wolfe im MG B V8 und erlangte den dritten Gesamtrang. Durch die zahlreichen Positionswechsel und widrigen Bedingungen sicherlich das spannendste Rennen der Saison!
Resultate Rennen 1:
Div. 1
- Melle van der Wal, MG B
- Laurence Nesbach, Morgan +8
- Kees Rozema, MG A
Div. 2
- Franz Durrer, Austin Cooper S
- Jean Pierre Fazi, Triumph TR4
Rennen 2, 30 Minuten, am Sonntag um 13:50 Uhr
Um 14:15 Uhr startete das zweite Rennen, die Sonne schien und die Strecke war vollständig aufgetrocknet. Jon musste nach einem kleinen Ausritt in Rennen 1 das Feld von hinten aufräumen und konnte sich auf den 2. Gesamtrang vorkämpfen. Dahinter duellierten sich René und Melle über viele Runden hinweg, wobei der Eidgenosse letztendlich mit Problemen bei der Gangwahl zu kämpfen hatte und sich geschlagen geben musste. Robin Rozema konnte das Rennen aufgrund eines gerissenen Gaszugs nicht beenden, sein Vater Kees fuhr einen souveränen 5. Platz ein, dicht gefolgt vom Mini von Franz. Das Rennen wurde durch eine rote Flagge mit fünf Minuten verbleibend abgebrochen, Ursache war eine Berührung zwischen Richard und Ted Maledy, worauf letzterer an ungünstiger Stelle im Kiesbett liegen blieb.
Resultate Rennen 2:
Div. 1
- Laurence Nesbach, Morgan +8
- Jon Wolfe, MG B V8
- Melle van der Wal, MG B
Div. 2
- Franz Durrer, Austin Cooper S
- Jean Pierre Fazi, Triumph TR4
Nach dem 2. Rennen blieb genug Zeit um die Fahrzeuge für das 3. Rennen vorzubereiten, sodass am nächsten Morgen gegen 10 Uhr immerhin 12 Starter sich bei bestem Wetter und Temperaturen um 11° C für den Vorstart aufstellten. Beim Start hatten die V8 – Fahrer die Nase vorn und lieferten sich über die erste Runde einen regen Zweikampf, sofort begann auch Robin, welcher von hinten starten musste, nach vorne zu schnellen. René kam mit einen leicht qualmenden MG B aus der ersten Runde und stellte sein Auto sicherheitshalber ab. Der Rauch war aber auch den Streckenposten nicht entgangen, welche pflichtbewusst den technischen Defekt per schwarzer Flagge mit orangenem Punkt und Renés Startnummer anzeigten, wenn auch dieser sein Fahrzeug bereits abgestellt hatte. Hierauf fuhr Jon an die Box in dem Glauben, seine Startnummer sei die des Schweizers. Nachdem dieses Missverständnis aufgeklärt war, konnte er noch einen respektablen 5. Platz einfahren. Spannend wurde es besonders im Kampf um P2 von Melle und Robin, der ¾ des Feldes bereits überholt hatte. Über viele Runden dauerte dieser Schlagabtausch, wobei die beiden bei der Zieleinfahrt lediglich 0,088 Sekunden trennte!
Resultate Rennen 3:
Div. 1
- Laurence Nesbach, Morgan +8
- Melle van der Wal, MG B
- Robin Rozema, MG A
Div. 2
- Franz Durrer, Austin Cooper S
- Jean Pierre Fazi, Triumph TR4
Das letzte Wochenende hatte an Spannung nochmal viel zu bieten und belohnte damit die lange Anfahrt der Starter. Ich hoffe, dass auch in der nächsten Saison der Charakter dieser Serie, die Gemeinschaft und besonders die Hilfsbereitschaft so erhalten werden können. Ein Dankeschön an alle, die dieses Jahr die British HTGT organisiert und unterstützt haben, und besonders an Altmeister René, welcher hier in Magny-Cours seine erfolgreiche Motorsportkarriere beendete.







