26. – 28. Juni 2026

Ein Bericht von Laurence Nesbach

Für den dritten Lauf der Saison ging es nach Zolder in Belgien. Die Anreise war für unsere Starter bereits am Donnerstag, da die Technische Abnahme sowie das Fahrerbriefing noch am selben Abend stattfanden. Freies Fahren war leider nicht möglich, aber Zolder war für die meisten Fahrer eine bekannte Größe. Das Thermometer zeigte heute in der Spitze 35°C an, und sollte es doch am Freitag, wo das Qualifying, sowie zwei Rennen á 30 Minuten anstanden, nochmals drei Grad wärmer werden. Am Abend wollte allerdings niemand an die bevorstehenden heißen Tage denken und man genoss stattdessen den kühlen Abend.

Zur Strecke: Der Circuit Zolder, zehnfacher Austragungsort des Grand Prix von Belgien zwischen 1973 und 1984 ist knapp vier Kilometer lang, und vom bekannten Streckenplaner Hans Hugenholtz entworfen. Tragische Berühmtheit erlangte der Kurs nach dem tödlichen Unfall von Gilles Villenueve beim Qualifying zum belgischen Grand Prix 1982. An dieser Stelle sei auch an angemerkt, dass wir zum ersten Mal in dieser Saison ohne andere Rennserien starteten.

Am nächsten Tag war das Qualifying für 11:25 Uhr angesetzt, alle anfallende Arbeiten wurden weitestgehend am frühen Morgen erledigt. Die Temperaturen waren schon um die 30°C, als gegen 11:10 Uhr sichtlich verwundertes Streckenpersonal uns im Paddock aufsuchte und uns aus den Zelten scheuchte – jeder hatte im Schatten seines Unterstandes gewartet, damit man so wenig Zeit wie möglich der Sonne ausgesetzt ist. Unterbrochen wurde die Jagd auf die beste Rundenzeit von kurzen FCY- und Rotphasen, zudem wurden viele schnelle Zeiten auch aufgrund von Tracklimit-Verstößen gestrichen – alles in allem also ein spannendes Qualifying.

Die schnellste Zeit setzte Laurence Nesbach im Morgan +8, dicht gefolgt von René Grüter im MG B und Jon Wolfe im MG B GT V8, auf Platz 4 Albert van der Wal im MG B. Diese vier Fahrer konnten die 2:00 – Marke unterbieten. In der Div. 2 setzte Franz Durrer im Austin Cooper S die schnellste Zeit, danach Raymond Klompstra, ebenfalls Mini Cooper S, und Jean Piere Fazi auf Triumph TR4.

Resultate Qualifying:

Div. 1  

  1. Laurence Nesbach, Morgan +8
  2. René Grüter, MG B
  3. Jon Wolfe, MG B GT V8

Div. 2

  1. Franz Durrer, Austin Cooper S
  2. Raymond Klompstra, Mini Cooper S
  3. Jean Piere Fazi, Triumph TR4

Schon im ersten Rennen sollten sich die ungewöhnlich hohen Temperaturen bemerkbar machen: Neben drei Nicht-Startern aus dem Qualifying fielen über das Rennen verteilt noch fünf weitere Starter aus. Es war bei allen Fahrern höchste Konzentration und ein genauer Blick auf die Instrumente und Warnlampen erforderlich.

Laurence Nesbach konnte sich an der Spitze einige Sekunden absetzten, dahinter ein spannendes Duell zwischen René Grüter und Jon Wolfe, die an der Zielflagge weniger als ein Zehntel einer Sekunde trennte. Dahinter konnte Michael Germann im Elva Courier Mk. 1 sich vom 13. Startplatz bis auf den 5. vorkämpfen, Franz Durrer gewann souverän die Div. 2.

Resultate Rennen 1:

Div. 1  

  1. Laurence Nesbach, Morgan +8
  2. René Grüter, MG B
  3. Jon Wolfe, MG B GT V8

Div. 2

  1. Franz Durrer, Austin Cooper S
  2. Raymond Klompstra, Mini Cooper S
  3. Jean Piere Fazi, Triumph TR4

Das 2. Rennen startete unter den wohl heißesten Bedingungen, die wir bei der British HTGT in jüngster Zeit erlebt haben. Bei 38°C (!) ging es zum Vorstart, jeder versuchte sich bestmöglich gegen die Hitze zu wehren, viel zu trinken, oder die feuerfeste Unterwäsche mit kaltem Wasser vorab zu kühlen. Die Fahrer der offenen Fahrzeuge hatten hier natürlich auch einige Vorteile gegenüber den geschlossenen Rennwagen, in deren Inneren gerne Temperaturen von 50°C oder mehr vorherrschen. Das Rennen wurde nach einem kleineren Unfall in der ersten Runde mit Rot abgewunken, nach kurzer Reparatur des Reifenstapels konnte hinter dem Safetycar gestartet werden. An der Spitze lieferten sich Laurence Nesbach und Jon Wolfe ein knappes Duell, dahinter Albert van der Wal und Michael Germann. Ralf Stadach konnte von P13 auf P6 fahren, Franz Durrer wurde in der Gesamtwertung Vierter. Angesichts der Temperaturen ist aber jeder, der dieses Rennen auf sich nahm ein Gewinner!

Resultate Rennen 2:

Div. 1  

  1. Laurence Nesbach, Morgan +8
  2. Jon Wolfe, MG B GT V8
  3. Albert van der Wal, MG B

Div. 2

  1. Franz Durrer, Austin Cooper S
  2. Jean Piere Fazi, Triumph TR4
  3. Raymond Klompstra, Mini Cooper S

Nach dem 2. Rennen konnten wir uns abends von den Strapazen des Tages erholen – immerhin hatten wir am Freitag fast 1,5h Stunden bei über 30°C ins Lenkrad gegriffen. Die Wartung der Rennwagen wurde, wenn möglich, an den kühlen nächsten Morgen verschoben, um sich noch etwas auszuruhen.

Der nächste Tag sollte wieder ähnlich heiß werden, gerettet wurden wir ausschließlich dadurch, dass unser drittes und letztes Rennen schon für 11:25 angesetzt war. Durch den Supercup und Mazda MX-5 Cup war auf der trockenen Strecke viel Gummiabrieb in den Asphalt eingearbeitet und die Strecke deutlich griffiger geworden. Im Rennen gab jeder nochmal sein Bestes, Richard King arbeitete sich von P12 auf P7 vor und Michael Germann fuhr einen verdienten 3. Platz ein. Theodor Henneken verbesserte sich von P11 auf P6, Frank Jura konnte in der Div. 2 seinen TR4-Kollegen Jean Pierre Fazi schlagen. Ein spannendes Rennen, das trotz ausgedünntem Fahrerfeld über die gesamte Distanz anschaulich blieb.

Resultate Rennen 3:

Div. 1  

  1. Laurence Nesbach, Morgan +8
  2. Jon Wolfe, MG B GT V8
  3. Michael Germann, Elva Courier Mk. 1

Div. 2

  1. Franz Durrer, Austin Cooper S
  2. Frank Jura, Triumph TR4
  3. Jean Pierre Fazi, Triumph TR4

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass uns die Hitze in Zolder sicherlich viel abgefordert hat, allerdings konnten wir unter uns auch viele spannende Zweikämpfe austragen und die Temperaturen belohnten natürlich die, welche einen kühlen Kopf bewahren konnten. Dennoch darf ich sicherlich für alle Fahrer sprechen, wenn wir uns für Most etwas angenehmeres Wetter wünschen.

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