Die Marke Triumph hat eine lange und bewegte Geschichte. Hier ein kurzer Überblick über die Firmengeschichte:

ursprung

  • 1885: Die Ursprünge der Marke reichen zurück ins Jahr 1885, als der aus Nürnberg stammende Siegfried Bettmann (1863-1951) die Firma S. Bettmann & Co. gründete – zunächst als Importeur von Fahrrädern und Nähmaschinen nach London. Bereits ein Jahr später wurde der Markenname „Triumph“ eingeführt und 1887 mit dem Partner Moritz Schulte zur Triumph Cycle Co. Ltd. ausgebaut. Ab 1889 baute das Unternehmen eigene Fahrräder in Coventry, England. Diese frühen Jahre legten die Basis für ein Imperium, das später sowohl Motorräder als auch Automobile umfasst. Fahrräder waren damals ein boomendes Geschäft, und Triumph etablierte sich schnell als Qualitätsanbieter.
  • 1896: Gründung eines Zweigwerks in Nürnberg (TWN, Triumph-Werke Nürnberg).
  • 1902: Triumph startet mit der Produktion motorisierter Zweiräder – die ersten Motorräder kamen mit kleinen Minerva-Motoren daher und bald darauf mit eigenen Antrieben. Bereits im Ersten Weltkrieg spielte Triumph eine große Rolle als Hersteller von Militärmaschinen, was die Marke zum größten Motorradhersteller Großbritanniens machte. Die Motorrad-Historie setzt Triumph bis heute fort – mit Triumph Motorcycles Ltd., dem größten britischen Motorradhersteller mit über 120-jähriger Produktionstradition (seit 1902). 

Einstieg in den automobilbau

  • 1921: Übernahme der Dawson Car Company
  • 1923: Triumph wagte den Schritt ins Automobilgeschäft und stellte mit dem Triumph 10/20 sein erstes Automobil vor. Dieser Wagen war mit einem 1,4-Liter-Motor und leichten, robusten Karosserievarianten verfügbar – ein Schritt, der Triumph als ernsthaften Auto-Hersteller etablierte. 
    1927 erzielte insbesondere der Triumph Super 7 große Absatzzahlen, bevor die Firma in den 1930er-Jahren zunehmend sportlichere und hochwertigere Fahrzeuge konzipierte. 
  • 1929: Verkauf der Triumph-Werke Nürnberg (TWN)
  • Ab 1930 firmierte das Unternehmen offiziell als Triumph Motor Company. Statt weiter um Marktanteile bei günstigen Kleinwagen zu kämpfen, setzte das Management auf hochwertigere Modelle wie den Triumph Southern Cross und die Triumph Gloria-Serie, die sportliche Eleganz mit solider Technik verbanden. In diesen Jahren entstand auch der erste Triumph Dolomite – ein sportlicher Wagen, der Design-Elemente erinnernd an italienische Sportwagen jener Zeit zeigte (unter anderem als Straight-8-Variante). 
  • 1931: Donald Healey (1898-1988) wird Entwicklungschef bei Triumph.
  • 1932: Leider führten finanzielle Probleme dazu, dass 1932 die Fahrrad- und 1936 die Motorradgeschäfte abgespalten und verkauft wurden, und 1939 das Unternehmen schließlich in die Insolvenz geriet.
  • 1934: Healey baut den spektakulären Triumph Dolomite 8 mit aufgeladenem Reihenachtzylindermotor als Kopie des 1931 herausgekommenen Alfa Romeo 8C 2300 „Monza“ (nur zwei Exemplare für den Motorsport).

blütezeit und klassiker

  • Im Zweiten Weltkrieg wird die Firma in einem deutschen Luftangriff am 14.11.1940 nahezu vollständig zerstört.
  • 1944: Die Namensrechte und der verbliebene Triumph-Firmenbestand werden von der Standard Motor Company übernommen.
    Die ersten Nachkriegsautos umfassten den Triumph Roadster und weitere elegante Limousinen. Später nahm Triumph insbesondere mit sportlichen TR-Modellen und kompakten Fahrzeugen neue Bedeutung im Markt ein. Die sportlichen und exportorientierten Modelle treten unter „Triumph“ auf, die „Brot-und-Butter“-Autos bleiben „Standard“; die Marke „Standard“ wird schließlich (um 1960) ganz aufgegeben.


zugehörigkeit zu british leyland

  • 1961: Standard Motor Company wird vom Lkw- und Bushersteller Leyland Motors übernommen.
  • 1967: Leyland kauft zusätzlich Rover (mit Alvis) auf
  • 1968: Leyland geht in der Großfusion mit BMH (British Motor Holding, in der schon BMC mit Austin, Morris, MG und anderen sowie Jaguar mit English Daimler stecken) in British Leyland Motor Corporation (BLMC) auf.
  • Triumph wird in diesem Verbund eine von mehreren sportlichen Marken neben MG, Rover, Jaguar.
  • In dieser Phase erscheinen u.a. der Triumph Dolomite (sportliche Limousine) und der TR7 (Keilform-Sportwagen).

niedergang

  • In den 1970er Jahren gerät British Leyland in massive wirtschaftliche Probleme.
  • Mangelnde Qualität der Fahrzeuge, interne Konkurrenz, viele Modelle können gegen die japanische Konkurrenz nicht bestehen.
  • 1980: Produktion des TR7 / TR8 wird eingestellt.
  • 1984: Das letzte Triumph-Auto, der Acclaim (basierend auf dem Honda Ballade), rollt vom Band.

nachwirkung

Ob je wieder ein Triumph-Auto kommt, ist unklar – BMW hält die Namensrechte, nutzt sie aber nicht aktiv.

Seitdem ist Triumph nur noch als Motorradmarke aktiv (Triumph Motorcycles Ltd., nach wechselvoller Geschichte seit den 1990er Jahren wieder eigenständig).