Märkische Museums-Eisenbahn und Luisenhütte Balve

Hier fährt die Sauerländer Kleinbahn des Vereins „Märkische Museums-Eisenbahn e. V.“ zwischen Mai und Dezember durch das beschauliche Elsetal. Die letzte Fahrt des Jahres findet an Nikolaus statt. Die im Einsatz befindliche Kleinbahn ist originalgetreu restauriert. Am Betriebsmittelpunkt in Herscheid-Hüinghausen befindet sich ein umfangreiches Gleisareal mit einer imposanten Fahrzeugsammlung. Bei vielen der gezeigten Ausstellungsstücke handelt es sich um Klein- und Nebenbahnen, die einst die in abgelegenen Tälern liegenden Industriebetriebe im märkischen Sauerland mit der Eisenbahn verbanden. Seit 1997 existiert neben dem Bahnhof eine große Wagenhalle mit einem Wasserturm und Werkstattbereich. Der Museumszug startet auf Gleis 1. Er fährt in gemächlichem Tempo erst am Biergarten und dann an der eindrucksvollen Fahrzeugsammlung vom Verein „Märkische Museums-Eisenbahn“ vorbei in Richtung Plettenberg. Nach einer kurzen Fahrt geht es ins Lennetal hinab an idyllischen Kuhweiden und der Fotobirke vorbei über kleinere Brücken zum Bahnhof Seissenschmidt. Endstation ist schließlich am Bahnhof Köbbinghauser-Hammer.

An den Fahrtagen sind das Bahnhofs-Café und der Biergarten am Bahnhof Herscheid-Hüinghausen geöffnet. Für Abwechslung sorgen verschiedene Konzerte, denn die Fahrzeughalle dient nicht nur dem Unterstellen und Herrichten historischer Fahrzeuge, sondern ist auch ein beliebter Ort für Veranstaltungen.

Technikfans wird auch noch ein Ausflug in die nicht weit entfernte Luisenhütte Balve empfohlen, wo die Herstellung von Eisen und Weiterverarbeitung zu Gussprodukten anschaulich multimedial präsentiert wird.

Quelle: Märkisches Sauerland

Quelle: Märkisches Sauerland

Luisenhütte Balve

In den Jahren 2004 bis 2006 fand die Restauration der Luisenhütte Balve statt, die sich unweit des Sauerlandparks Hemer befindet. Seitdem zählt das moderne Erlebnismuseum – neben der Märkischen Museums-Eisenbahn – zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten des Märkischen Kreises im Sauerland. Der Besucher erhält in dem Museum anschauliche Informationen über die Herstellung von Eisen und die Weiterverarbeitung zu diversen Gussprodukten. Ein Rundgang führt durch die Eisenhütte. Am Anfang steht der Rohstoff. Einst kontrollierte der Hüttenschreiber die korrekte Anlieferung des Materials. Er verrichtete diese Arbeit im Schreiberhäuschen.

Ein Abenteuer der besonderen Art wartet auf dem Möllerboden. Hier bekommt der Besucher einen Eindruck von dem hohen Gewicht von Kalkstein, Holzkohle und Eisenerz, denn er ist aufgefordert, den beladenen Schubkarren selbst anzuheben. Hitzestrahler erzeugen über der zum Hochofen gehörenden Gichtöffnung Wärme. In einem Film ist zu sehen, wie der Ofen einst von den Hüttenknechten von oben befüllt wurde. Tonfilmausschnitte und eine moderne Lichtinszenierung veranschaulichen den Abstich des Roheisens an der offenen Ofenbrust rund zehn Meter tiefer. Es ist spannend zu verfolgen, wie das glühend heiße Eisen ins Masselbett fließt. Neben dem Hochofenbereich befindet sich eine Abstichhalle mit Pausenräumen. Interessant ist auch ein Blick in das Gebläsehaus. Hier wurden eine Gebläsedampfmaschine und ein Wasserrad mit Kolbengebläsen betrieben. In der Eisengießerei der Luisenhütte Balve sorgen Lichtinstallationen für einen lebendigen Eindruck. Der Besucher erhält einen realistischen Einblick in die Herstellungsverfahren von Gussteilen und Zahnrädern und in die Funktion der Schmelzöfen, wie sie zu der damaligen Zeit im Sauerland eingesetzt wurden.

Nach dem Rundgang durch die Luisenhütte Balve wartet in der einstigen Platzknechtswohnung eine interaktive Computersimulation, die sämtliche Herstellungsschritte in dreidimensionaler Ausführung zeigt. Zu sehen ist außerdem ein Film über den Feuerstrom des Eisens. Anhand von vier Modellen werden die Verhüttungstechniken seit der Zeit des Mittelalters miteinander verglichen. In der Ahnengalerie erfährt der Besucher Interessantes über die Betreiberfamilie, die Grafen von Landsberg-Velen aus dem Sauerland.

Quelle: Luisenhütte Wocklum

Luisenhütte Balve (Adobe Stock)