TR Info 4 / 2019

 

Von der Kohle zum Salz

 

Das Ruhrgebiet. Die Metropole Ruhr. Die Stadt der Städte. Über 4400 Quadratkilometer groß. Heimat von mehr als fünf Millionen Menschen. Wir – die Gruppe Ruhrgebiet im TR-Register Deutschland – wollten weg von diesen Superlativen. Wir wollten es kleiner, beschaulicher, gemütlicher. Und so stießen wir auf Bad Sassendorf. Landschaftlich reizvoll und mit ca. 12 000 Einwohnern gerade mal so groß wie ein Ortsteil irgendwo im Ruhrpott.

Natürlich gab es Diskussionen und geteilte Meinungen über den Ort. Die Gruppe Ruhrgebiet müsse das Treffen auch im Ruhrgebiet ausrichten, hieß es. Ein Gegenargument: Das Pfingsttreffen der Hamburger findet in Linstow statt; das Örtchen liegt auch nicht in der Nachbarschaft von St. Pauli. Letztendlich gab es bei der Abstimmung eine breite Mehrheit für Bad Sassendorf. Anmerkung: Ein Treffen im Ruhrgebiet hätte vielleicht in Herne-Röhlinghausen stattfinden können, denn dort befindet sich der geographische Mittelpunkt des Reviers. Es gibt sogar einen Markierungsstein.

 

Zeche Zollern

 

Doch zurück zu Bad Sassendorf: Die Verbindung zwischen dem Ruhrgebiet und Bad Sassendorf bestand und besteht. Nicht umsonst haben wir als Motto des kommenden Pfingsttreffens „Von der Kohle zum Salz“ gewählt. Erst kam nämlich die Kohle, dann fuhren auch die Bergleute nach (Bad) Sassendorf. Die Siedehütten entlang des Hellwegs (der Westfälische Hellweg ist eine alte Handels- und Heerstraße zwischen Rhein und Weser) befeuerten im 18. Jahrhundert ihre Siedepfannen mit den Fettkohlen aus dem Ruhrgebiet, die per Zug geliefert wurden. Der neue Brennstoff setzte sich gegen das bislang verwendete Holz durch. Im Gegenzug wurde Salz ins Ruhrgebiet geliefert.

Später schickten die großen Hütten und Bergwerksgesellschaften als Wohlfahrtsmaßnahme ihre Arbeiter in die Kur. Für deren Kinder gründeten Konzerne wie die Harpener Bergbau AG sogar Erholungsheime in Bad Sassendorf. Die Bezüge zwischen Bergbau und den  Kurorten am Hellweg zeigt die Sonderausstellung „Kohle & Sole“ im Erlebnismuseum Westfälische Salzwelten in Bad Sassendorf. Leider wird die Ausstellung in 2020 nicht mehr zu sehen sein.

 

TR Tour

 

Nun kommen die TRler nach Bad Sassendorf, können sich dort erholen, und – wenn sie keine Lust auf Ausfahrten haben – in der Sole Therme entspannen. Und sie bringen wieder „Kohle“ in die Stadt.

Kohle wird auch bei den geplanten Ausfahrten eine Rolle spielen: Ein Ziel ist die Zeche Zollern in Dortmund. „Mit ihren prunkvollen Backsteinfassaden und opulenten Giebeln gehört die Zeche Zollern zu den schönsten Zeugnissen der industriellen Vergangenheit in Deutschland“, schwärmt der Landschaftsverband Westfallen-Lippe, der die ehemalige Schachtanlage als Industriemuseum betreibt. Wegen seiner außergewöhnlichen Architektur wird das ehemalige Bergwerk „Schloss der Arbeit“ genannt. Besucher werden dort u.a. erfahren, welche Aufgabe der Kübelmajor in der Grube hatte.

Richtige Schlösser können aber auch angefahren werden. So Schloss Nordkirchen, das auch das „Westfälische Versailles“ genannt wird. In den Parkanlagen mit ihren langen Alleen befinden sich annähernd 400 Skulpturen. Berühmteste Parzelle ist die Venusinsel, die ihren den vielfach dort zu findenden Abbildungen der Liebesgöttin verdankt. Weitere Ziele sind das Barockschloss Möhler in Herzebrock-Clarholz mit einer SwinGolf-Anlage und die Wewelsburg in Büren (Kreis Paderborn), die im Dritten Reich von den Nazis zweckentfremdet wurde und heute wieder als  Jugendherberge genutzt wird.

Freunde alter Flugzeuge und Oldtimer kommen bei den Quax-Fliegern am Flughafen Paderborn auf ihre Kosten. Der Verein besitzt 18 historische Flugzeuge, die natürlich startklar sind. Bei einer Führung (gegen Gebühr) erfahren die Besucher interessante Einzelheiten über die Maschinen. Dieser Ausflug lässt sich gut mit einer Besichtigung der Pott’s Brauerei in Oelde verbinden, in deren Biergarten Deftiges serviert wird.

In Bad Sassendorf hat man das Sauerland quasi vor der Haustür, weshalb sich gleich mehrere Touren anbieten. Auf schnellen, gut ausgebauten Landstraßen oder, ganz nach Geschmack, über kurvenreiche, spannende Nebenstrecken lässt sich hier mit dem TR ein außerordentlich abwechslungsreiches Land erkunden. Und danach weiß man, was es mit Leckmarte, Schwartmecke, Mosebolle, Niedereimer oder Halbhusten auf sich hat.

Mitte Mai ging’s übrigens nach Bad Sassendorf, um organisatorische Fragen abzuklären und einen Film zu drehen, der Appetit machen soll auf das Pfingsttreffen (den Film haben die Teilnehmer des diesjährigen Pfingstreffens schon gesehen). Leider zeigte das Thermometer bei der morgendlichen Ankunft am Hotel Schnitterhof gerade mal 8 Grad Celsius an. Das Vier-Sterne-Hotel, Teil eines 200 Jahre alten westfälischen Gutsbesitzes, ist für das Pfingsttreffen komplett gebucht. Weitere Unterkünfte befinden sich direkt im Ort. Die Zimmer im Schnitterhof werden bis Pfingsten 2020 noch einer Verschönerungskur unterzogen. Direkt nebenan erstreckt sich der 30 Hektar große Kurpark, in deren Allee sich am Pfingstmontag die TRs zum Start der Sternfahrt aufstellen werden.

 

Karl-F. Augustin
 
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