Chris Marx, 49

Christian Marx 1
Vita:
Name:

Christian Marx,

Jahrgang:

1968

Beruf/Ausbildung:

Bauingenieur

Mein Fahrzeug:
Typ:

Triumph TR4, Bj. 1962, 178PS,

205 km/h - 218 kmh gewann 1x die Meisterschaft

IMSA TR8, Bj.1977, 388PS, 248 kmh - 294 kmh, ehemaliger werksunterstützer Rennwagen


Interview:

Weißt du noch, wann, unter welchen Umständen du vom Autovirus und dann vom Rennvirus befallen wurdest?

 

Den Autovirus bekam ich mit dem Führerschein. Als Student gelang es, an einen TR4 zu kommen, den ich heute immer noch habe. 1990 wurde ich Mitglied in der IG Südwest und ab dem Jahr 1991 nutze ich das Nordschleifenkreisen um besser Fahren zu lernen. 2004 war dann die erste Rennsaison, wo mein Straßen-TR4 wacker mitfahren konnte….irgendwo im hinteren Bereichs des Fahrerfeldes.

 

Wie kamst du dann selbst zum Rennfahren?

Beim Nordschleifenkreisen der IG traf ich einen Rennmechaniker, der ein paar Runden mein Beifahrer war. Er meinte, ich müsste unbedingt Rennen fahren. Er hat einen latenten Drang zum Motorsport den letzten Schubs verpasst, so daß ich ernst gemacht habe und eine Rennlizenz erwarb.

Was begeistert dich am Rennfahren?

Vorne weg die Gemeinschaft der Rennfahrer untereinander und als zweites der Wettkampf auf der Rennstrecke. Enge Zweikämpfe, Strategien entwickeln und berührungsfrei den Gegner besiegen. Das mit dem berührungsfrei ist so eine Sache….nicht immer gelingt es.

Dein schönstes Rennerlebnis?

Da gäbe es viele, aber ich denke meine Rennteilnahme in Amerika, war wohl das schönste Erlebnis. Ich war eingeladen in den USA und durfte dort einen IMSA TR8 aus Kanada fahren. Das Auto wurde von 1980 – 1985 in der IMSA Meisterschaft eingesetzt und mir war gestattet ein paar Rennläufe damit zu fahren.
Kas Kastner war natürlich auch dort anwesend – somit ein tolles Wochenende.

Das Verhältnis Lust und Frust?

You race it, you break it, you fix it. Das ist der Kreislauf. Man braucht sich keine Gedanken darüber zu machen. Kaputt geht es auf alle Fälle, die Frage ist nur wann.
Frust gibt es bei mir nur wenig, auch wenn das Auto kaputtgeht. Solange es nur technische Defekte sind, ist das okay. Nicht so gut wären Unfälle. Aber Unfälle hat man durch die weise Nutzung des Gaspedals bis zu einem gewissen Grad im Griff.

Was hilft, Frust zu überwinden und weiterzumachen?

Das Universum hilf. Das Universum ist so groß, das Problem ist im Vergleich dazu so klein. Quasi nicht der Rede wert. Arschbacken zusammen kneifen und weiter machen.


Hast du dein Auto selbst aufgebaut?

Den TR4 habe ich selbst aufgebaut. Der TR8 ist wie schon gesagt, ein ehemaliges Rennauto aus der Langstreckenweltmeisterschaft. Ein Profirenngerät. Dort kümmere ich mich um Pflege und Erhalt, betreibe aber keine Weiterentwicklung.
Beim TR4 aber eigentlich auch nicht, der ist schnell genug, wie er jetzt ist.

Kannst du Alles an deinem Auto selbst reparieren?

Ja, ich kann alles selber machen, einschl. lackieren, spenglern. Was ich selber machen kann, sind Feinbearbeitung von Motorteilen, wie zum Beispiel Kurbelwellen schleifen oder Laufbüchsen hohnen.

 

Wie viel Zeit und Geld hast du investiert?

Zeit benötigt man schon. Als Selbstständiger kann ich mir meinen Tagesablauf passend planen und mir für das Rennwochenende selbst Urlaub geben. Nur selten kommt mir der Beruf in die Quere…..ich mache meinen Beruf, schnell und effizient, so bleibt Zeit zum Rennen fahren.
Geld? Ist nur bunt bedrucktes Papier.

 

 Wie viele Leute unterstützen dich aktiv an einem Rennen?

 

Beim TR4 schraube ich meist alleine. Bei größeren technischen Problemen, fassen aber gerne meine Rennkollegen mit an und helfen den Wagen wieder flott zu machen.
Um den TR8 herum hat sich ein kleines Team gebildet. Was auch notwendig ist. Das Auto ist eine andere Liga an Aufwand. Alleine ist das nicht einfach, den Dampfhammer am Wochenende zu betreuen.

 

Wie hoch ist der finanzielle Aufwand, gerechnet auf ein Jahr?

 

Eine TC Saison kostet mich zwischen 8-10T€, incl. Allem.

 

 

Kannst du etwas zum Teamgeist innerhalb der TC oder anderer Gruppen sagen?

 

 

Man kann sagen, der Teamgeist der TC ist legendär. Alle helfen sich, man sitzt zusammen und hat Spaß. In vielen anderen Rennserien ist es ähnlich, es gibt aber auch Serien, dort würdigt man sich keines Blickes.

 

 

Wie wirst du von deiner Familie, Partner und Freunden unterstützt/motiviert?


Meine Frau ist nicht begeistert, toleriert es aber. Freunde helfen immer gerne.

 

 

Wie viel Stunden pro Woche gehen auf das Konto dieser besonderen Freizeitbeschäftigung?

 

Schwer zu schätzen. Es gibt Zeiten, wo das Auto viel Aufmerksamkeit benötigt….dort wird schon mal Tag und Nacht geschraubt. Dann wieder ist monatelang nur die Administrativen Arbeiten für die TC die Hauptaufgabe. Meine Arbeit für die TC ist meist im Herbst, wenn das neue Reglement geschrieben werden muss.

 

 

Bleibt noch Zeit für andere Freizeitaktivitäten aller Art?

 

 

Aber ja! Ich lerne derzeit Klavier, Gitarre, Komposition und nerve alle damit.

 

 

Welchen Rat oder Hinweis kannst du Leuten geben, die auch gerne Rennen fahren möchten?

 

 

Kauft einen Rennwagen und macht ihn zu eurem Rennwagen. Ein eigenes Rennauto aus einem Straßenauto aufbauen, ist viel zu teuer, es fehlt die Erfahrung und führt am Anfang zu viel Frust.
Lieber ein fertiges Rennauto verbessern.

 

Zusätzliche Informationen

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